Rückblick


2018 – Ein Rückblick auf ein gelungenes Fest
Manch einer von uns bangte ja im Vorfeld, ob das Wetter halten würde - aber siehe da, es hielt und verwöhnte uns mit angenehmen Temperaturen und Sonnenschein! So begannen wir diesen Tag mit einem gut besuchten, segensreichen Gottesdienst; begleitet von schöner Musik durch Projekt- und Posaunenchor, Klavier und Orgel. Im Anschluss daran ließen sich alle im Garten leckeres Grillgut, köstliche Salate und sogar süßen Nachtisch schmecken. Die Kinder konnten sich auf der Hüpfburg und dem Spielplatz im Garten austoben, oder ihr Geschick beim Torwandschießen ausprobieren. Am Nachmittag lauschte die Gemeinde musikalischen Klängen bei einer Sommerserenade im Garten. Posaunenchor, Flötenkreis und Projektchor kamen zu Gehör sowie auch einige Kinder unserer Gemeinde, die ihr Können auf dem Klavier - auch zu vier Händen -, der Querflöte, der Blockflöte und der Harfe vortrugen. Vor und nach dem Konzert war Gelegenheit, nach literarischen Schätzen in der Bücherstube zu stöbern und sich dem Foto-Quiz zu stellen. Dabei bedurfte es genauerem Hinsehen in und um unser Gemeindezentrum herum. Nachdem wir auch am Nachmittag mit Kaffee, allerlei Kuchenspezialitäten und Eis verwöhnt worden waren, beschlossen wir den Tag mit einer Vesper in der Kirche. Zum Segen und Wort Gottes schien die Sonne wunderbar durch die hinteren Fenster in den Kirchraum hinein. Nach der Vesper wurden unter großer Spannung und Jubel die Gewinner des Foto-Quiz gezogen, bevor es dann hieß, alles wieder abzubauen und aufzuräumen. Viele fleißige Hände halfen dabei mit - so wie auch schon bei allen Vorbereitungen und Planungen, beim Aufbau und bei der Durchführung und Gestaltung des Tages sowie beim Mitbringen aller Essensspenden. Dafür sei allen Beteiligten herzlichst gedankt! Aber auch nach dem Aufräumen war noch nicht wirklich Schluss. Es wurde in kleinerer Runde weiter gespielt, erzählt und gelacht, Reste vertilgt, Gemeinschaft genossen und sich bei einer Eiswürfelschlacht noch abgekühlt. Was für ein rundum gelungenes, sonniges und fröhliches Fest mit vielen lachenden Gesichtern, jeder Menge Spaß und Musik, schönen Begegnungen, guten Gesprächen - Gemeinschaft unter Gottes Wort und Segen! Wie dankbar können wir dafür sein!
Annette L.



Neuer Jugendraum fertig gestellt
Am 22. September 2018 hat der Jugendkreis seinen neuen Jugendraum im Dachgeschoss eingeweiht! Im Vorfeld wurde dieser ausgeräumt und renoviert. Danach wurden neue Möbel ausgesucht und gekauft. Alle Jugendlichen und auch die Eltern haben beim Aufbauen und Einrichten geholfen.
Dank der Unterstützung des Kirchenvorstandes, der Mitarbeit vieler helfender Hände und all denen, die unermüdlich für die Jugendarbeit in unserer Gemeinde spenden, haben wir nun einen wunderschönen, hellen Jugendraum!
Dafür danke ich allen Beteiligten im Namen aller Eltern ganz, ganz herzlich! Die Jugendlichen sind begeistert und freuen sich auf viele Treffen dort oben unter dem Dach unseres Gemeindehauses. Mögen sie sich dadurch noch mehr zu Hause in der Gemeinde fühlen und möge viel Segen auf dieser Jugendarbeit liegen!
Annette L.



Ein volles Gemeindehaus
Platzprobleme hatten wir am 1. September in unserem Haus in der Riemeisterstraße. Unter dem Dach hat sich der Jugendkreis getroffen, um seinen neuen Raum einzurichten und bezugsfertig zu machen. Die Vorkonfirmanden hatten ihren Unterricht im Erkerzimmer. Anschließend haben sie mit Annette L. die Buchdeckel ihrer Luther-Bibeln individuell gestaltet. Kleine Kunstwerke sind dabei entstanden.
Danach hat Dorothea W. einen spannenden Ausflug mit den Vorkonfirmanden ins Planetarium am Insulaner gemacht. Unsere Vorkonfirmanden hatten an diesem Tag viel Freude.
Neben diesem ereignisreichen Konfirmandentag mit vielen Erlebnissen und Eindrücken haben sich auch unsere Kinder zum Kindertreff verabredet und sind der Einladung in die Riemeisterstraße gefolgt. Nach der gemeinsamen Andacht mit den Kindern und Jugendlichen in unserer Marienkirche teilten sich die Kinder, die zum Kindertreff gekommen waren, in zwei Gruppen auf. Die kleinen hörten die biblische Geschichte von der Heilung eines kranken Mannes durch Jesus am Teich Bethesda (vgl. Johannes 5,1-9), während die großen noch auf ihre biblische Einheit mit Basteln und Spielen warten mussten. Die größeren Kinder versammelten sich dann unten in der Bücherstube, um mit Pfarrer Markus Büttner weiter über das Thema Gebet zu sprechen. Familie Forsch hat währenddessen schon gegrillt und alles für das Mittagessen fertig gemacht. Nach dem Mittagessen und der Abschlussandacht gingen schöne Stunden zu Ende. Allen, die zum Gelingen des Tages beigetragen haben, sei ganz herzlich gedankt.



Familiengottesdienst zum neuen Kindergarten- und Schuljahr: Träume
Nachdem wir am 2. September um 09.00 Uhr zunächst einen Beicht- und Abendmahlsgottesdienst gefeiert haben, haben wir mit unserem Kindergarten St. Marien und Kindern aus unserer Gemeinde einen Familiengottesdienst um 11.00 Uhr gefeiert. Mit diesem Gottesdienst haben wir zum einen das neue Kindergartenjahr 2018/2019 eröffnet und zum anderen die Schulkinder gesegnet. Die Kinder, die eingeschult wurden, haben eine Kinderbibel geschenkt bekommen. Der Segen unter Handauflegung war natürlich für alle. Die biblische Geschichte im Zentrum des Gottesdienstes war Jakob und die Himmelsleiter. Zum dritten Mal fand diese Art des Gottesdienstes in unserer Mariengemeinde statt und fand bei nicht wenigen kleinen und großen Gottesdienstbesuchern Anklang.



„Wohl eine der letzten Holocaust-Überlebenden der SELK“ -Unser Gemeindeglied Gerda Gentsch verstorben
Im Alter von 97 Jahren ist am Samstag, dem 18. August 2018, Gerda Gentsch verstorben. Sie war „wohl eine der letzten Holocaust-Überlebenden der SELK“, so ihr Gemeindepfarrer Markus Büttner, in dessen Mariengemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Berlin-Zehlendorf Gerda Gentsch ihre geistliche Heimat gefunden hatte.
Die gebürtige Hamburgerin zog mit ihrer Familie 1927 nach Berlin um. Im Alter von 11 Jahren veränderte sich ihre Leben entscheidend: Der Januar 1933 habe für sie einen gravierenden Einschnitt bedeutet, der Belastungen nach sich gezogen habe, schreibt sie in einem Lebenslauf. Seinerzeit eröffnete ihr Vater ihr, dass er jüdischen Glaubens sei. Was auf ihre Familie und sie „für unglaubliche und schreckliche Schicksalsschläge“ zukommen würden, habe sie zu der damaligen Zeit weder verstehen noch ermessen können. „Aber die ersten Belastungen bekamen meine Mutter und ich bereits am 1. April 1933 - dem sogenannten Boykotttag - zu spüren. Ich wurde auf dem Weg von der Schule nach Hause mit Steinen beworfen und angespuckt, meine Mutter erhielt auf offenen Postkarten die übelsten Beschimpfungen, natürlich anonym.“
Ihre Eltern hätten dann eine junge Frau eingestellt, die das Kind morgens zur Schule gebracht und mittags wieder abgeholt habe. „Alle Schulfreundinnen zogen sich von mir zurück, ich war plötzlich völlig allein und isoliert. Aus dem Zehlendorfer Sportverein 1888 musste ich nach der Eingliederung in die Hitlerjugend austreten. So wurde unentwegt unser bisher so harmonisches Familienleben und meine wohlbehütete Kindheit durch Schikanen und später für meinen Vater durch berufliche Schwierigkeiten zerstört.“
Obwohl sich ihr Vater „hauptsächlich als Deutscher“ gefühlt habe, der auch den Ersten Weltkrieg als Soldat mitgemacht hatte, erwog die Familie angesichts der zunehmenden Schwierigkeiten und neuen Gesetzen ernsthaft, ins Ausland zu emigrieren. Jedoch seien dazu Bürgen oder ausreichende Devisen für ein Einreisevisum erforderlich gewesen.
„1938 erlebte ich nochmals einen erschreckenden Einschnitt in meinem Leben, als zunächst meine Mutter am 13. Juni verhaftet wurde, da mein Vater nicht zu Hause war. Bei seiner Rückkehr verhaftete man ihn, meine Mutter wurde wieder freigelassen“, schreibt Gerda Gentsch. „Einige Zeit später wurde uns mitgeteilt, dass mein Vater in das KZ Buchenwald transportiert worden sei, wo er bis zum 23. Dezember 1938 war, unter der Auflage sich täglich beim Polizeirevier bis zu unserer Ausreise am 5. Februar 1939, zu melden.“ Ihre Mutter hatte inzwischen die Wohnung aufgelöst, die nicht beschlagnahmten Sachen verkauft und Schiffspassagen nach Shanghai gebucht. China war zu der Zeit das einzige Land, für das man weder ein Visum noch einen Bürgen benötigte.
Anfang März 1939 erreichte die Familie China, wo ihr Leben von Krankheiten, finanziellen Schwierigkeiten und schwierigen klimatischen Verhältnissen geprägt war. 1942 verstarb der Vater nach langer, schwerer Krankheit in Shanghai. „Nach dem Ausbruch des Krieges Amerika/Japan wurde es auch für deutsche Emigranten in Shanghai schwieriger“, so Gerda Gentsch. „Die Japaner zwangen alle deutschen und österreichischen Emigranten, die inzwischen für staatenlos erklärt worden waren, in ein Getto, das man nur mit einem besonderen Passierschein verlassen durfte. Es war eine schlimme Zeit - voller Gewalttaten und Schikanen der japanischen und koreanischen Besatzungstruppen.“
Als im Frühjahr 1945 in Deutschland durch die totale Kapitulation der Krieg beendet worden ist, war es auch für uns in Shanghai nur noch eine Frage der Zeit, dass auch dort die Kämpfe bald beendet sein würden. „Im August 1945, nach dem Abwurf der ersten Atombomben über Japan - so schrecklich dies auch gewesen sein mag -, wurde dann auch der Krieg zwischen China/Japan und Amerika beendet. Doch lange sollte das inzwischen wieder normale Leben für uns dort nicht dauern. Das Nahen der kommunistischen Truppen unter Mao um Shanghai bedrohte nicht nur die Chinesen, sondern auch die Europäer. So machten wir von dem Angebot der dortigen Hilfsorganisationen Gebrauch, zumal meine Mutter an einer schweren Tropenkrankheit litt, nach Deutschland zurückzukehren.“
1947 kehrten Mutter und Tochter nach Berlin zurück und fanden eine Wohnung im Stadtteil Zehlendorf. „Ich bekam aufgrund meiner guten englischen Sprachkenntnisse einen guten Job bei den Amerikanern, wo ich dann auch bis zu meinem Rentenalter 1981 in den verschiedenen Abteilungen arbeitete“, heißt es im Lebenslauf der Verstorbenen.
1959 heiratete Gerda Gentsch ihren Mann, nachdem eine erste Ehe in jungen Jahren auseinandergegangen war. Rudolf Gentsch verstarb 1988.
Ihr Gemeindepfarrer Markus Büttner betreute Gerda Gentsch bis zuletzt seelsorglich und feierte regelmäßig Krankenabendmahlsgottesdienste mit ihr. „In der Gemeinschaft unserer Kirche fühle mich sehr geborgen und habe meinen inneren Frieden gefunden“, schreibt sie am Ende ihres Lebenslaufs.
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