Rückblick



Ein prall gefülltes Wochenende:
Erste Zehlendorfer Konfi-Tage, Konfirmationsjubiläum und Herbstmarkt

Vom 6. bis zum 8. Oktober fanden die ersten Zehlendorfer Konfi-Tage im gemeindeeigenen Freizeitheim unserer Evangelisch-Lutherischen St. Mariengemeinde Berlin-Zehlendorf statt. Am Freitagnachmittag ging es mit einer Arbeitseinheit zum Thema „Abendmahl“ los. Im Anschluss daran folgten ein gemeinsames Abendessen mit leckerer Pizza sowie ein abendfüllendes Gruppenspiel namens „Zombie“, bei dem die Kinder die betreuenden Erwachsenen und der Pastor in  dessen Spiel-Geheimnisse einweihten. Es wurde ein sehr lustiger Abend.

Am Samstag ging es nach dem Frühstück weiter mit zwei Arbeitseinheiten. Das Mittagessen wurde zur Freude der Kinder bei McDonalds eingenommen.  Danach begaben wir uns auf eine Tour durch Berlin. Zunächst bestiegen wir die Siegessäule. Nach 285 Stufen und 50,66 Höhenmetern pfiff uns zwar der Wind  um die Ohren, aber wir wurden mit einer schönen Aussicht über die Stadt belohnt. Auf dem Rückweg zum Bus entdeckten wir zunächst in der Unterführung eine Lichtinstallation. Diese beleuchtete Wand griff die Bewegungen der Passanten auf, verarbeitete diese und bildete sie dort wieder ab. Natürlich musste jeder es  einmal ausprobieren. Danach trafen wir auf einen Straßenmusiker, der wunderschöne Melodien auf seiner „Hang“ spielte. Dieses Instrument hatten wir noch nie  zuvor gesehen. Es besteht aus zwei miteinander verklebten Halbkugelsegmenten aus Stahlblech. Der Musiker war sehr geübt darin, mit seinen Händen  darauf zu „klopfen“ und ermunterte uns, es auch einmal zu versuchen. Man sollte es nicht glauben, aber drei von uns waren mutig genug und brachten auch  tatsächlich Töne und richtige Rhythmen heraus. Nach diesem musikalischen Ausflug ging es weiter zum Reichstag, vorbei an der Gedenkstätte der Mauertoten, hin zum Brandenburger Tor. Im Anschluss daran fuhren wir zum Hackeschen Markt und bestaunten die vielen Stände mit Schmuck, Handwerk und vielem mehr.  In den Hackeschen Höfen durchstöberten wir einige Geschäfte, u.a. den „Ampelmännchen-Laden“. Dort gab es zur Freude der Kinder kostenlose  Ampelmännchen-Gummibärchen... Natürlich wurde der Hunger dadurch nicht ausreichend gedeckt, so dass wir beschlossen, uns Crêpes auf dem Markt zu  gönnen. Inzwischen war es sehr kalt und regnerisch geworden, so dass wir die warme Mahlzeit sehr genossen. Zurück im Gemeindezentrum folgte eine weitere  Arbeitseinheit, bevor wir gemeinsam zu Abend aßen und danach viele Runden „Scotland Yard“ spielten. Der Abend war wieder sehr lustig und ging spät zu Ende...

Als Abschluss der Freizeit folgte am nächsten Tag der Gottesdienst mit Gedenken der Konfirmations-Jubiläen. In diesem waren die jungen Konfirmanden aktiv  beim Einzug, Lesen der Gebete und Übergabe der Konfirmations-Urkunden an die Jubilare beteiligt. Das gesamte Wochenende war äußerst fröhlich,  bereichernd, kommunikativ, lehrreich, lustig, zusammenschweißend und segensreich! Alle Kinder freuen sich schon auf das nächste Wochenend-Treffen Ende  Januar 2018. Stellvertretend für die Kinder danke ich allen Eltern, die sich durch Betreuung und Verpflegung daran beteiligt haben! Am Sonntag, 8. Oktober,  fand dann ein festlicher Gottesdienst mit Gedenken der Diamantenen Konfirmation vieler Gemeindeglieder statt. Sogar ein Gemeindeglied feierte ihr 74-jähriges Konfirmationsjubiläum. Im  Anschluss daran gab es ein gemeinsames Mittagessen und den Herbstmarkt, auf dem viele leckere Köstlichkeiten, Basteleien und Kalender erworben werden  konnten. Außerdem wurden im Garten über dem Lagerfeuer Stockbrot und Apfelscheiben gegrillt. Der Erlös aus dem Herbstmarktverkauf kommt der Gemeinde zu gute. Im Namen des Veranstaltungs-Teams danke ich allen Helfern noch einmal ganz herzlich für ihr Mitwirken beim Auf- und Abbau, Spenden von Suppe, Brot und Würstchen für das  Mittagessen und Waren für den Herbstmarkt, Stockbrotteig für das Grillen und Beaufsichtigen dessen, Räumen in der Küche und vielem, vielem mehr! Durch Sie und euch alle, konnten wir diesen wunderschönen Tag gemeinsam erleben!
Annette L.



Zeitfragen Gottesdienst: Altlutheraner und Union –
Eine Standortbestimmung
Am Sonntag, dem 15. Oktober 2017, fand in der Ernst-Moritz-Arndt-Gemeinde der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Berlin- Zehlendorf ein Zeitfragen-Gottesdienst statt, in dem Pfarrer Markus Büttner von unserer St. Mariengemeinde Berlin-Zehlendorf der Selbständigen Evangelisch- Lutherischen Kirche (SELK) den Hauptvortrag hielt. Neben Gemeindegliedern der gastgebenden Kirchengemeinde waren auch nicht wenige aus unserer  Mariengemeinde gekommen.

Eingangs verglich Büttner die Situation beider Kirchen mit einer Familie, die sich anlässlich eines runden Geburtstags treffe, obwohl sie wisse, dass es  miteinander nicht immer leicht gewesen sei. Während die Union Evangelischer Kirchen ihr 200-jähriges Bestehen feiere, sei dies auch die Stunde der  Entstehung einer unabhängigen evangelisch-lutherischen Kirche in Preußen und damit der Beginn der heute in der SELK fortlebenden selbstständigen  lutherischen Kirche gewesen.

Dem Referenten ging es zunächst um die bis heute verschiedenen Sichtweisen auf die Bekenntnisse, ihre Verbindlichkeit und die Bekenntnisbindung. Mit einer  kleinen Episode brachte er eben diese Unterschiede auf den Punkt: „Wir sind auch Lutheraner!“, so höre man manchmal bestimmt im ökumenischen Gespräch  einen Christen aus der Union einem aus der SELK sagen. Dessen klassische Antwort sei: „Ja, und wir sind nur Lutheraner!“

Ausgangspunkt seines Ansatzes war das späte altkirchliche Leitmotiv: Das Gesetz des Betens muss dem Gesetz des Glaubens entsprechen. Das Bekenntnis  einer Kirche ist kein Abstraktum, sondern sucht ihre praktische Anwendung und Konkretion im Leben der Kirche, zuerst und zunächst im Gottesdienst der im  Namen Jesu versammelten Gemeinde. Gottesdienstlich kann sie nichts anderes feiern als das, was das Bekenntnis als Rahmen vorgibt, so Büttner. Er  verdeutlichte diese These an den Messreformen Dr. Martin Luthers aus den Jahren 1523 und 1526, nahm Bezug auf die Marburger Religionsgespräche  zwischen Luther und Zwingli und stellte Luthers Brief an die Gemeinde zu Frankfurt/Main aus dem Jahr 1532 vor. Luther legt darin jedem Christen ans Herz: „Frage deinen Prediger, was das sei, was er beim Sakrament in der Hand hat!“ In eben diesem Brief an die Frankfurter ist Luther entsetzt darüber, dass es  möglich sein könnte, dass in einer Kirche und an einem Altar zwei unterschiedliche Verständnisse vom Abendmahl gleich gültig sein sollten. Das eben die einen  glauben, dass sie Brot und Wein empfangen, die anderen aber Christi wahren Leib und sein wahres Blut. Für ihn ist es unvorstellbar, dass Pfarrer  tatsächlich zur Gegenwart Jesu Christi kein Wort verlieren und beide Teile der Gemeinde in ihrem je eigenen Glauben belassen. Auch eine kurze Beleuchtung  des ungeänderten Augsburger Bekenntnisses von 1530 stellte der Referent den Zuhörenden vor.

In einem weiteren Teil beleuchtete Büttner dann die Ereignisse der Union zwischen Lutheranern und Reformierten. Am 27. September 1817 wurde durch  königliche Kabinettsorder die neue evangelisch christliche Kirche ins Leben gerufen. Ein neuer Kirchentypus war entstanden - die protestantische  Unionskirche. Der interessierten Zuhörerschaft wurden die Ereignisse rund um die Einführung der Agende der unierten Kirche am 25. Juni 1830 und ihre  Folgen vor Augen geführt. Die erste Bittschrift richten die allein am lutherischen Bekenntnis Festhaltenden an König Friedrich Wilhelm III. am 27. Juni 1830 - also zwei Tage nach der offiziellen Einführung der Unionsagende. In monatlichen Abständen richten sie diese Schrift an ihn mit der Bitte um eine selbstständige lutherische Kirche, eine selbstständige lutherische Verfassung und eine selbstständige lutherische Kirchenleitung:

„Wenn Ew. Majestät allergnädigst erklären: die nicht unierte Kirche der Augsburgischen Konfessionverwandten dürfe sich frei neben die unierte evangelische  hinstellen, jene solle einen Teil von den Kirchengebäuden und Gütern, die ihr früher allein gehörten, zurückerhalten, sie dürfe Prediger ihres Bekenntnisses  haben, ihren Gottesdienst in alter Ordnung halten, ihre Parochalverhältnisse ordnen - wie schnell würde freundlichste Ordnung und Eintracht an die Stelle der  jetzt allgemein herrschenden Zerrüttung treten.“

Erst Ende 1830 wird den Lutheranern abschlägig durch Minister von Allenstein geantwortet. Dieser ist entschlossen, den friedlichen Widerstand zu brechen  und die Lutheraner in die evangelische Union zu zwingen. Polizei und schließlich Militär sollten die Lutheraner in die Gemeinschaft mit der neu entstandenen  unierten Landeskirche nötigen. Als Beispiel nannte Büttner die Ereignisse um das Weihnachtsfest 1834 in Hönigern (Schlesien). Der damalige  Gemeindepfarrer Eduard Kellner weigert sich ebenfalls, die neue Unionsagende zu verwenden, worauf er durch den evangelisch-unierten Superintendenten  suspendiert wird. Friedlich weigern Kellner und seine Gemeinde sich, das Kirchgebäude der Unionskirche zu überlassen. Auch wenn der Landrat, die Polizei  und der unierte Superintendent zunächst nichts auszurichten vermögen, so rückt am 23. Dezember preußisches Militär an, um sich gewaltsam der Kirche zu bemächtigen. Eine stattliche Streitmacht von 400 Infanteristen, 50 Kürassieren und 50 Husaren mit zwei Kanonen stehen unbewaffneten Zivilisten gegenüber.  Mit Kolbenstößen verschafft sich das Militär gewaltsam Zutritt. Am ersten Weihnachtstag 1834 übergibt der unierte Superintendent in einem Gottesdienst dem  neuen unierten Pastor die Agende und das Kirchgebäude. Erst nach sechs Tagen ziehen sich die Soldaten zurück, nachdem sie der Bevölkerung deutlich zu  verstehen gegeben haben, dass sie die unierten Gottesdienste zu besuchen hat. Nach 10-jähriger Verfolgungszeit konnte sich die evangelisch-lutherische  Kirche in Preußen organisieren, wenn auch unter Auflagen, die erst weit später der Vergangenheit angehören sollten. Mitnichten war der preußische Staat nur  tolerant. Zur ganzen Wahrheit gehört auch, dass der preußische Staat mit Einwilligung und aktiver Unterstützung seitens der unierten Landeskirche die  selbstständigen Lutheraner („Altlutheraner“) verfolgte und unterdrückte. Diesen Altlutheranern ging es um nichts weniger als um Religionsfreiheit, Versammlungsfreiheit und Organisationsfreiheit, Grundrechte, die heute in Deutschland selbstverständlich sind.

Büttner stellte auch die Gespräche vor, die 2013 zwischen der Union Evangelischer Kirchen und der SELK begonnen haben. So verwies er auch auf das, was  der damalige Leiter der Kirchenkanzlei der Evangelischen Kirche der Union, Franz-Reinhold Hildebrandt, 1967 in seiner Predigt vor der Synode zum 150-jährigen Unionsjubiläum sagte. Diese in der Predigt ausgesprochene Vergebungsbitte erreichte die damalige Kirchenleitung nicht, da sie nicht offiziell zugestellt  wurde. Anschließend diskutierten die Teilnehmer bei einer Tasse Tee rege über Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Kirchen.



Erfüllte Tage während der Kinderbibeltage: Noah und die Sintflut
Vom 26. bis 29. Oktober fanden unsere diesjährigen Kinderbibeltage statt. Im Mittelpunkt stand die Sintflut, wie Gott Noah in der Arche bewahrte, Gott einen Bund schloss und als sichtbares Zeichen den Regenbogen setzte. Durch Morgen- und Abendandachten waren die Tage gegliedert. Natürlich hatten die Kinder auch freie Zeit zum Spielen und Erzählen. Gebastelt wurde auch, sodass jedes Kind seine Arche standen zwei Ausflüge auf dem Programm: Am Freitagnachmittag haben wir einen Ausflug ins Panda-Land gemacht, wo die Kinder sich so richtig haben austoben können. Am darauffolgenden Samstagnachmittag sind wir dann ins Science Center Spectrum gefahren, wo die Kinder viel ausprobieren konnten. Am Sonntag haben sich die Kinder dann  mit zwei Liedern in unseren Gottesdienst eingebracht. Ein herzliches Dankeschön an alle lieben Helferinnen und Helfer.



Kindergarten feierte St. Martin
Am 13. November 2017 feierte unser Kindergarten St. Marien das St. Martinsfest. Viele Eltern, Großeltern und Freunde waren gekommen und füllten die  Kirche. Die Kindergartenkinder zogen mit einem Lied auf den Lippen ein. Pfarrer Büttner begrüßte anschließend die versammelte Gemeinde, bevor dann die  Kindergartenkinder nach dem Eingangsgebet die Geschichte vom Heiligen Martin von Tours nachspielten. Es erklang dann das Lied, Ein bisschen so wie  Martin, das uns die Kinder vorgesungen haben, aber auch von einigen Eltern mitgesungen wurde. Pfarrer Büttner erzählte dann anhand von Symbolen die  Geschichte vom Barmherzigen Samariter. Vaterunser und Segen schlossen sich an. Mit dem Lied, Tragt in die Welt nun ein Licht, bereiteten Eltern und Kinder sich zum Laternenumzug vor. Begleitet wurden sie von unserem Gemeindeglied Waldemar Biller, der sie auf dem Akkordeon begleitete. Anschließend gab es im Garten Hot Dogs, Glühwein für die Eltern und Kinderpunsch.